
Das Dickmännchen oder Japanischer Ysander (Pachysandra terminalis Siebold & Zucc.) gehört zur Familie der Buchsbaumgewächse (Buxaceae Dumort). Die Gattung Ysander kommt mit 3 oder 4 Arten im östlichen Asien sowie im östlichen Nordamerika in Wäldern und Dickichten in Höhen zwischen 600 und 2600 m vor. Pachysandra terminalis ist ein immergrüner Halbstrauch, der sich bei einer Wuchshöhe von etwa 30 cm meist unterirdisch kriechend und/oder aufrecht ausbreitet. Der wissenschaftliche Name kommt aus dem Griechischen: „pachys“ = dick und „aner“= mann, wobei sich der Name auf die dicken Staubgefässe bezieht; aus dem Lateinischen kommt „terminal“ (terminus) = endständig, am Ende – dies bezieht sich auf die endständigen Blätter. Die eher unbedeutenden Blüten erscheinen im April. Die Bodenansprüche sind gering, eine gewisse Bodenfeuchtigkeit ist jedoch förderlich. In gärtnerischer Kultur befindet sich die Art seit 1882.

M.G. Eiselt schreibt 1957: „Von den immergrünen, bodenbedeckenden, ganz niedrigen Pflanzen ist Pachysandra wohl die unverwüstlichste Pflanze, die unter Bäumen auch Tropfenfall aushält, ohne Schaden zu nehmen. … Die Pflanzen bilden eine vollkommen dichte Bodendecke, eignen sich deshalb als Rasenersatz … Viel besserer noch sind sie als Bodendecke unter Bäumen geeignet. Stellen keine großen Ansprüche an Boden und Standort, sind jedoch für Kompostabdeckung sehr dankbar.“ Anzumerken ist, dass unter „Rasenersatz“ hier nicht begehbarer Gebrauchsrasen, sondern ein einem Rasen ähnliches, den nackten Boden vollständig verbergendes, niedriges „Blätterdach“ – Bodendecke(r) – zu verstehen ist.

Seit etwa sechzig Jahren werden in der Garten- und Parkgestaltung zunehmend aus ästhetischen wie auch „pflanzenbaulichen“ Gründen Bodendecker verwendet. Unter „Bodendecker“ (auch „Flächendecker“) sind niedrige bis max. 50 cm hoch wachsende Stauden oder Gehölze mit möglichst einheitlichem Wuchs zu verstehen, Pflanzen, die genügend Durchsetzungskraft gegen unerwünschten Aufwuchs (ehemals „Unkräuter“) entwickeln und durch Beschattung eine für Bodenzustand und -leben günstige Bodengare fördern.

Hansen/Stahl schreiben 1997 allerdings: “Zuweilen bemühen sich die Planer, Ruhe und Ausgewogenheit, wie sie unter den Kronen der Bäume und Wäldern und großen Parkanlagen herrschen können, durch großflächige Pflanzungen mit Flächendeckern, wie Pachysandra oder Vinca, unter Bäumen zu erzwingen, obgleich es, im Blick auf ihre spätere Pflege, günstiger wäre, hierbei auf bodenständige Wildstauden, Farne und Gräser zurückzugreifen.“


In den Gärten der Welt kann der Besucher bodendeckende Pflanzungen sowohl in der „freien“ wie auch in der „formalen“ Art finden (z.B. Birkenhain neben dem Foerster-Garten versus Japanischer Garten).
Text und Fotos. Dr. H. G. Büchner
ZUGABE
Im Vorjahr baten wir ChatGPT um einen Beitrag zum Tüpfelfarn – Sie erinnern sich ? Wir fragten erneut nach und erhielten den folgenden Text:
„Pachysandra – die heimliche Heldin des Gartens
Willkommen zur Pflanze des Monats: Pachysandra. Ja, genau, der Name klingt ein bisschen so, als würde er eigentlich in einer Apotheke oder bei „Wer wird Millionär?“ vorkommen. Aber lassen Sie sich nicht täuschen: Pachysandra ist keine seltene Krankheit, sondern eine äußerst charmante Gartenbewohnerin – wenn auch eine mit Understatement.
Pachysandra ist der Typ Pflanze, der nicht laut „Schaut mich an!“ ruft, sondern leise hustet und hofft, dass man ihr trotzdem Aufmerksamkeit schenkt. Sie blüht dezent, wächst bodennah und liebt den Schatten. Während andere Pflanzen dramatisch eingehen, sobald die Sonne mal zwei Minuten Pause macht, denkt sich Pachysandra: „Ach schön, endlich Ruhe.“ Sie ist quasi die Introvertierte unter den Bodendeckern – keine Party, kein Smalltalk, aber zuverlässig da.
Ihre größten Hobbys sind: den Boden bedecken, Unkraut frustrieren und dabei das ganze Jahr über grün bleiben. Immergrün! Während ringsum Blätter fallen, Stauden schlappmachen und der Garten aussieht wie ein Tatort des Herbstes, liegt Pachysandra geschniegelt und gestriegelt da und denkt sich: „Ich hab euch doch gesagt, ihr solltet euch entspannen.“
Auch in Sachen Pflege ist sie angenehm unkompliziert. Gießen? Ja, ab und zu. Schneiden? Nur wenn sie zu enthusiastisch wird. Düngen? Nett, aber kein Muss. Pachysandra ist nicht beleidigt, wenn man sie mal vergisst – sie merkt sich das nicht. Sie ist die Pflanze, die man guten Gewissens ignorieren darf und die trotzdem treu ihren Job macht.
Und dann diese Blüten! Klein, weiß, unscheinbar – aber mit Duft. So ein bisschen wie jemand, der still in der Ecke sitzt und plötzlich den besten Witz des Abends erzählt. Man muss nah rangehen, um sie zu bemerken, aber wer sich die Mühe macht, wird belohnt.
Kurz gesagt: Pachysandra ist keine Diva, kein Instagram-Star und kein Drama-Queen-Gewächs. Sie ist die zuverlässige Kollegin im Gartenbüro, die immer da ist, nie krankfeiert und auch noch gut aussieht. Wenn es eine Pflanze des Monats verdient hat, dann diese stille Heldin des Schattens. Herzlichen Glückwunsch, Pachysandra – du hast es dir unauffällig, aber nachhaltig verdient.“🌿
