Pflanze des Monats November 2026: Geweihbaum

Der Geweihbaum (Gymnocladus dioicus (L.) K. Koch) gehört zur überaus artenreichen Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae Lindl.), wie auch Robinien, Gleditschien, Gelbholz, Ginster, Goldregen, Blasenstrauch, Erbsenstrauch usw. Die Gattung der Geweihbäume ist mit 5 Arten in Ost-Asien und Nord-Amerika verbreitet. Die Einfuhr der Art C. dioicus nach Europa wurde für die Zeit nach 1740 für Holland und England nachgewiesen. 1753 erfolgte eine Erstbeschreibung durch Carl von Linné als Guilandia dioicus.

Hülsenfrüchtler zeichnen sich durch ihre Symbiose mit Bakterien (Knöllchenbakterien) aus. Diese Mikroorganismen sind in der Lage, Luftstickstoff in Eiweißen zu binden und daran die Wirtspflanzen teilhaben zu lassen sowie eine Stickstoffanreicherung ohne „Kunstdüngergaben“(!) im Boden zu bewirken. Auf Rohböden werden diese Pflanzenarten als Pionierpflanzen verwendet; im gewerblichen Pflanzenbau werden sie u.A. als Zwischenfrucht zur bodenverbessernden Gründüngung angebaut.

Der wissenschaftliche Name der Art beschreibt (griech. „gymnos“ = nackt und „klados“ = Ast) das durch seine dicken Zweige (kein „Feinreisig“) geweihähnliche Astgerüst der Bäume; griech. „dioicus“ besagt, dass die Art zweihäusig ist, d.h. männliche und weibliche Blüten befinden sich auf verschiedenen Pflanzen. Der Geweihbaum ist in seiner Heimat auf guten Böden der Flußniederungen verbreitet und liebt daher auch bei uns gute und etwas feuchte Standorte. Die breitkronigen Bäume wachsen sich langsam zu einer Höhe von 15 bis 30 m aus. Der Austrieb erfolgt sehr spät, die Blütezeit liegt im Juni.

Die Blätter sind doppelt (!) gefiedert, sie können bis zu 80 cm lang werden und färben sich im Herbst schön leuchtend goldgelb. Aus verletzten Wurzeln sollen Jungpflanzen wachsen. Wie viele Arten der Hülsenfrüchtler ist der Geweihbaum giftig, das Gift entspricht dem des Goldregens!

M. G. Eiselt und R. Schreiben Schröder schreiben zur Verwendung der Art: „Außergewöhnlich schöner, auch im Winter auffallender Parkbaum.“ Hermann Göritz empfiehlt :“Schön für freie Räume.“ In den Gärten der Welt steht ein eindrucksvoller Geweihbaum in der Achse des Hauptweges, der vom Eingang Eisenacher Straße zum englischen Garten führt

Text und Fotos: Dr. H. G. Büchner