Pflanze des Monats August 2026: Gewöhnliche oder Gemeine Schafgarbe

Die Gewöhnliche oder Gemeine Schafgarbe (Achillea millefolium L.) ist in unserem Florengebiet eine Sammelart mit mehreren Unterarten. Sie gehört mit weiteren 84 Arten zur Gattung der Garben, die wiederum mit 25 000 Arten die Familie der Korbblütler (Asteraceae Bercht. & J.Presl.) bilden. Der botanische Gattungsname bezieht sich auf den Helden von Troja Achilles; das „millefolium“ weist auf die vielzipfligen Blätter hin. Das „Schafgarbe“ ist dem Fressverhalten der Schafe geschuldet: sie fressen nur die Blätter und lassen die Blütenstiele auf der Weide stehen …

Die Schafgarbe ist eine Staude (Halbrosettenpflanze) aus den warmgemäßigten bis kühlen Gebieten Europas und Sibiriens, die auf Wiesen, Weiden, Scherrasen und Gebüschsäumen, auch ruderal, anzutreffen ist. In die gärtnerische Kultur wurde sie schon 1561 eingeführt. Theodor Theuß nennt 1811 in seinem „Blumen-Lexikon“ 9 Garben-Arten als für einen Blumengarten „erheblich“, weitere 19 Arten verweist er in Botanische Gärten. Bei der Gemeinen Schafgarbe ist ihm allerdings nur eine „purpurrote“ Varietät (A. m. purpurata) erwähnenswert. (Es sei „die bei uns jetzt allgemein bekannte Rothe Schaafgarbe. In England wächst sie wild und ist von daher zu uns gekommen.“)

Viele Garbenarten bastardieren leicht. Die zahlreichen Sorten sind daher vorwiegend Bastarde aus zwei oder mehr Arten, die bei Selbstaussaat nur teilweise zu erhofftem Ergebnis führen. Es ist mittlerweile üblich, bei den meisten Sorten nur Gattungs- und Sortenname zu nennen (z.B.: Achillea „Wesersandstein“)

Die Schafgarben bilden unterirdische Ausläufer; reine Sorten sind in der Regel nur vegetativ (Senker, Stecklinge) zu vermehren; es gibt allerdings auch durchgezüchtete generativ (durch Samen) vermehrbare Sorten. Je nach Eigenschaften der Eltern können sie Wuchshöhen von 15 bis 120 cm erreichen und sind daher sortenspezifisch sowohl in niedrigen Pflanzungen („Steingärten“), als auch in hohen oder halbhohen Staudenrabatten, vornehmlich in naturnahen Pflanzungen, zu verwenden. Die Standortansprüche sind gering – sonnig sollte der Pflanzplatz jedoch liegen.

Blütenfarben der von Juli bis Oktober blühenden Garben-Sorten sind verschiedene Rot, Rosa, Orange, Gelb und Weiß. Mehrere Wildbienen-Arten finden auf den Garbenblüten Nektar wie auch Pollen. Im Blumenhandel werden verschiedenfarbige Garben als Blumenschnitt angeboten.

Verschiedener Inhaltsstoffe wegen wird die Schafgarbe arzneilich genutzt und war 2025 Arzneipflanze des Jahres. Wolle lässt sich mit Hilfe der Blätter gelb oder Braun färben und junge Blätter eignen sich für Wildgemüse-Salate.

In den Gärten der Welt sind Schafgarben auf den Langgraswiesen und einige wenige Sorten im Karl-Foerster-Garten zu finden.

Text und Fotos: Dr. H. G. Büchner