Pflanze des Monats März 2026: Der Winterling

Der Winterling (Eranthis hyemalis (L.) Salisb.) bildet mit 7 weiteren Arten die Gattung der Winterlinge, die wiederum mit 2500 Arten zur Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae Juss.) gehört. Zahlreiche Arten dieser Familie, zu der z.B Eisenhut, Waldrebe, Küchenschelle, Adonisröschen, Rittersporn, Akelei, Christrose, Trollblume und Dotterblume gehören, sind mehr oder weniger giftig (!).

Der deutsche Name ist selbsterklärend, der botanische besagt fast das Gleiche (griech. „er“ = Frühling und „anthos“ = Frühling; lat. „hiemalis“ = winterlich); die Art blüht je nach Witterungsverlauf und Exposition des Standortes zwischen Februar und April. Wilhelm Schacht („Blumenzwiebeln für Garten und Heim“) schreibt 1955: „Der Winterling … ist der dauerhafteste und unverzagteste Optimist von allen Frühlingsboten. Kühn drängt sich sein von grüner Halskrause umgebenes Kugelköpfchen durch die dahinschmelzende dünne Schneedecke und grüßt freudestrahlend die wärmende Februarsonne. Seine Heimat ist Südeuropa, aber schon seit dem 16. Jahrhundert ist der Winterling bei uns als Gartenpflanze geschätzt und vielfach aus alten Kloster- und Obstgärten verwildert.“ Bekannte individuenreiche Standorte sind u.a. bei Jena, im Wörlitzer Park, in Husum, jedoch auch in Parken in und um Berlin zu finden.

Der Winterling wird 10 bis 15 cm hoch und bevorzugt nährstoffreiche frische bis feuchte lockere Lehmböden und eher Halbschatten als volle Sonne. Nach der Samenreife im Mai/Juni verschwindet das Laub – die Standorte sollten jedoch unangetastet bleiben, es sei denn, Mann oder Frau will auf Selbstaussaat am Standort verzichten. Sämlinge blühen frühestens nach drei bis vier Jahren. Eine schnellere, stärkere Ausbreitung bedarf größerer Bestände, denn auch Winterlinge nehmen unter geeigneten Bedingungen erstaunlicher Weise exponentiell zu!

Die Pflanzen überwintern mit kleinen zusammengedrückten, unregelmäßig geformten Knollen und werden auch so gehandelt. Beim Kauf achte man darauf, dass die Ware nicht vertrocknet ist, denn sonst wartet man im kommenden Frühling vergeblich auf die ersehnten Blüten! Ähnliche Sorgfalt sollte man übrigens auch bei Hundszahn, Kiebitzeiern und Schneeglöckchen walten lassen.

Den ab 5 Grad Celsius fliegenden Wildbienen bieten die Winterlinge früh im Jahr schon Nektar und vor allem Pollen.

In den Gärten der Welt sind Eranthis an verschiedenen Stellen zu finden, z.B im Quell- und Sprudelgarten.

Text und Fotos: Dr. H. G. Büchner