
Die Platanen (Platanus L.) sind mit 10 Arten die einzige Gattung der Familie der Platanengewächse (Platanceae T.Lestib.); mit je einer Art in Indochina und Klein-Asien sowie Arten in N-Amerika vertreten. Bei uns wird überwiegend die Ahornblättrige Platane ( Platanus x hispanica Münchh.) gepflanzt, sie ist ein Hybrid aus Amerikanischer und Morgenländischer Platane (Platanus occidentalis x Platanus orientalis); in den Katalogen wird sie auch als P. acerifolia und P. hybrida geführt. Der wissenschaftliche Name ist griechischen Ursprungs.


Hermann Göritz (Laub- und Nadelgehölze für Garten und Landschaft. Berlin 1974) schreibt über diese Art: „Sie bildet eine breite, lockere Krone mit weit ausladenden Ästen und hat einen durch abfallende Rindenplatten auffallend hell und dunkel, grüngelb und braun gefleckten Stamm. Die grünlichen, kugelrunden Früchte hängen zu 2 oder 3 an langen Stielen herab. … Viele gute Eigenschaften begünstigen ihre starke Verwendung in der Stadt. Sie verträgt trockene Luft und ist widerstandsfähig gegen Industrierauch und auch gegen mechanische Beschädigungen. Sie gehört außerdem zu den sogenannten „Trampelbäumen“, das sind solche, die trotz Bodenverdichtung durch den Verkehr oder durch die Straßendecke gut gedeihen.“



Die Platane wächst mittelschnell: in 10 Jahren bis zu 3 – 4 m, in 20 Jahren 4 – 10 m, in 30 Jahren 8 – 14 m und in 40 Jahren 14 – 18 m hoch. (Karel Hieke, Praktische Dendrologie. Berlin 1989). Alte Exemplare können über 30 m Höhe und eine Breite von bis zu 25 m erreichen, dies ist bei der Pflanzung tunlichst zu beachten, es sei denn, man liebt Bauminvaliden oder macht sich die gute Schnittverträglichkeit zunutze, um z.B. für Kaffee- oder Biergärten durch Engpflanzung und regelmäßigen Schnitt schattige „Baumlauben“ zu schaffen.


Platanen wurden schon für die Kreidezeit nachgewiesen, bei uns sind sie um 1700 eingeführt worden. Die Rinden-Färbung ist daher nicht das Ergebnis hochmodischer Camouflage, sondern könnte von Militärs oder Modemachern als „ökologische“ Vorlage genutzt worden sein.


Platanen gelten als bedeutende ökologische Nischen in der Großstadt für Kerfen, Vögel und Fledermäuse. Hinsichtlich der wirtschaftlichen Holznutzung teilte KI mit, dass Platanenholz, das wohl nur bei Fällung von Park-, Allee- und Straßenbäumen anfällt, als dekoratives Spezial- und Edelholz gute Preise erziele.

In Berlin wird die Puschkinallee im Treptower Park durch vier Reihen im Jahre 1875 gepflanzter Platanen gebildet; große Einzelexemplare kann man auch im „Hufeland“ (Teil II des ehem. Klinikum Berlin Buch) finden. In den Gärten der Welt findet der Besucher Platanen sowohl als ca. fünfzig-jährige Parkbäume, als auch als noch junge Baumlauben am Besucherzentrum.
Da die Blätter der Platane für Laien nur schwer von Ahornblättern zu unterscheiden sind (wie wir regelmäßig bei unserem Baumquiz feststellen), hier ein Tipp: Platanenblätter bilden am Stielgrund eine Art Hütchen, um eine Knospe herum, die Spitzahornblätter hingegen umfassen mit dem Stielgrund die Knospe nur teilweise und zeigen so einen hufeisenförmigen, nicht geschlossenen Stielgrund!
Text und Fotos: Dr. H. G. Büchner
