Pflanze des Monats September 2026: Akanthus

Akanthus (Acanthus L) ist die namengebende Gattung in der Familie der Akanthusgewächse (Acanthaceae Juss.); zu ihr gehören etwa 30 Staudenarten, die auf trockenen, felsigen Standorten vor allem in mediterranen Gebieten ihre Heimat haben. Der Name „Akanthus“ bezieht sich auf Stacheln (griech. akantha = Stachel) an Blattspitzen mancher Art. Bei dem im Deutschen auch zu findenden Namen „Bärenklau“ besteht die Gefahr einer Verwechslung mit der Gattung Heracleum L., deren meiste Arten durch phototoxische Kumarine Hautausschläge verursachen können – hierzu gehört der invasive Riesen-Bäenklau oder auch Herkulesstaude (H. mantegazzianum Sommer et Levier).

Die sehr dekorativen Akanthus-Stauden zeichnen sich durch dekorative Blätter und stattliche Blütenähren aus. Bei uns gelten der Weiche Akanthus (A. mollis L.) und insbesondere der Ungarische Akanthus (A. hungaricus (Borbas) Baen) als hinreichend frosthart. Die Arten lieben sonnige sowie trockene und ihrer langen Pfahlwurzeln wegen tiefgründige und lockere Böden. Von diesen Arten sind verschiedene Typen in Kultur, die von 40 bis zu 180 cm hoch und entsprechend breit werden können; die kultusgeschichtlich bedeutsamen Akanthus-Blätter können bis zu 60 cm lang und 25 cm breit werden. Die Arten blühen im Hochsommer.

Im „Lexikon der Weltarchitektur“ (Hrsg.: Nikolaus Pevsner, John Fleming, Hugh Honour) wird erklärt: „Akanthus, der (gr.-lat.). eine im Mittelmeergebiet verbreitete Distelart mit großen, ausgezackten und an der Spitze leicht eingerollten Blättern. Diese finden seit dem 5.Jh. in der griech. Kunst Verwendung als Ornament zum Abschluss von Grabreliefs. In der Architektur erfährt das A.motiv reichste Ausbildung am korinth. Kapitell (Apollotempel in Phigalia). Es liegt ferner fast allen Formen röm. und byzant. Kapitelle zugrunde und und findet sich, bis zur Unkenntlichkeit umstilisiert, an vielen roman. Kapitellen. Als Flächenornament wurde das A.motiv auch vom Kunstgewerbe aufgegriffen.

In den Gärten der Welt sind Akanthus-Stauden im Orientalisch-Islamischen Garten zu finden.

Text: Dr. H. G. Büchner; Fotos: Dr. H. G. Büchner, G. Költzsch, Mayers Konversations-Lexikon 1874