Männer ohne Jahreskarte

Seit einigen Tagen werden in den Gärten der Welt immer wieder Männer gesichtet, die offensichtlich nicht über eine Jahreskarte verfügen. Es scheint, als gehen sie davon aus, dass sich eine Jahreskarte für sie nicht lohnt.


Auf Nachfrage beim Service, ob die Männer Tageskarten erworben hätten wurden erklärt, dass sie an den Eingängen nicht wahrgenommen wurden. Damit steht die Frage: Wie sind sie hineingekommen? Eine Erklärung wäre: Sie wurden in den Gärten der Welt geboren. Klingt komisch, ist aber so. Sie haben sich für ihren Besuch eine ganz besondere Zeit ausgesucht: Winterzeit in den Gärten der Welt. Als wollten sie sagen: Kommt auch her!


Der Park wirkt wie verzaubert. Wir empfehlen, diese Zeit zu nutzen und die besondere Atmosphäre zu spüren! Die Gärten der Welt sind zwar zu jeder Jahreszeit einen Besuch wert, aber diese Stille ist besonders gut für die Seele. Dabei kann man Dinge entdecken, die es sonst nicht zu sehen gibt: Der Bambus im Chinesischen Garten bricht nicht unter der Last des Schnees, sondern er beugt sich tief. Ein Freund der Gärten der Welt hat es so formuliert: Der Klügere gibt nach. Nicht umsonst steht der Bambus in asiatischen Kulturen für Widerstandsfähigkeit, Flexibilität, Langlebigkeit und Integrität. Mit ihm verbindet man Glück, Wohlstand, Reinheit und Erneuerung.


Aber nicht nur der Bambus fasziniert. Es sind die besonderen Sichten, die sich erschließen.


Der Winter zaubert bizarre Landschaften hervor. Auch der Jüdische Garten ist kaum wiederzuerkennen.

Manchmal lohnt auch ein Blick über den Gartenzaun, und sei es in den Koreanischen Garten.


Beim Spaziergang wird klar, dass die Männer, die ohne Eintrittskarte in den Gärten der Welt anzutreffen sind, von der Vielfalt der Gärten nicht viel erleben können. Sie sind dazu berufen still zu stehen und Freude zu verbreiten. Wahrscheinlich werden sie, weil ihnen die Vielfalt verborgen bleibt, eines Tages in Tränen ausbrechen und sich leise von uns verabschieden. Wenn von ihnen nur noch eine Pfütze übrig bleibt, dann helfen die verschwundenen Männer, dass wieder neues Grün sprießen kann. Nutzt also die Zeit, die Männer zu besuchen, solange sie da sind, auch wenn dies nicht die Jahreszeit für Gartenzeit ist. Aber in den Gärten der Welt haben die Jahreszeiten ohnehin eine übergreifende Bedeutung, wie man bei genauer Betrachtung in der Arena sehen kann…

Wenn dieses Weiß der Soundtrack Deines Sommers ist (siehe Bühnenbild), dann lass uns diesen „Sommer“ genießen und dabei gelassen in die Zukunft schauen!

Wir sehen uns in den Gärten der Welt, ob mit oder ohne Jahreskarte!
Vielleicht zum Winterspaziergang des Vereins Freunde der Gärten der Welt e.V.?
Zu den Veranstaltungen (Was kommt)

Text: Pritzi
Fotos: M. Hanoldt und Pritzi