
Unser Besuch im Britzer Garten am 27. August erfolgte auf Einladung der ehemaligen Geschäftsführerin und Gründerin des Fördervereins des Freilandlabors Britz und langjährigen Leiterin des Freilandlabors, Landschaftsplanerin Frau Ursula Müller, als Dankeschön für unsere Spende nach dem verheerenden Brandanschlag im Oktober 2024 auf das Umweltbildungszentrum im Britzer Garten. 30 Jahre Kampf und 6 Anläufe hatte es gebraucht, bis 2017 endlich das eigene Domizil zur Nutzung zur Verfügung stand. So wurde nach 7 Jahren nicht nur ein Gebäude zerstört.
Verabredet war eine Führung durch den Britzer Garten mit dem Dahlienfeuer als Höhepunkt, und zum Abschluss ein Besuch im Interimsstandort des Freilandlabors im Karl-Foerster-Pavillon. Dank der Unterstützung durch Grün Berlin hat das Freilandlabor dort seine Arbeit weiterführen können. So traf Frau Müller am 27. August auf 24 gut gelaunte und erwartungsvolle Mitglieder unseres Vereins.


Angesichts dessen, dass der Wettergott nochmal den Sommer aufleben ließ, schlug sie vor, uns in den Schatten zu begeben und zuerst den Bäumen zu widmen, die einmal für die BUGA 1985 gepflanzt worden waren. Auf der einen Seite des Weges waren es vor allem die seit dem Wirken von Landschaftsgärtner Peter Joseph Lenne eingeführten Exoten, auf der anderen Seite eine Allee von Wildobstgehölzen. Erstere gewinnen wieder Interesse angesichts des Klimawandels. Für die heimische Fauna sind sie meist reichlich uninteressant, wie Frau Müller ausführte. Aber für die Gestaltung von Parks und Gärten, Straßen und Plätzen sind sie gefragt.


Bei der stattlichen Platane fällt uns die Puschkinallee am Treptower Park ein. Die schöne Herbstfärbung des Amberbaumes ein paar Schritte weiter können wir im Oktober in den Gärten der Welt bewundern, auch die Amerikanische Sumpfeiche. Besonderes Interesse fand eine mit der Walnuss verwandte Kaukasische Flügelnuss, deren Fruchtstände wie Ketten von den Zweigen hängen. Ihre waagerecht verlaufenden Äste wären schön für Kinder zum Klettern. Frau Müller warnte davor, denn sie sind spröde und brüchig. – Also doch nichts für unsere Enkel. Zwischen den Wildobstgehölzen befand sich eine Essbare Ölweide mit roten gepunkteten Beeren. Deren Geschmack war jedoch gewöhnungsbedürftig.




Für die meisten von uns war das Dahlienfeuer der Höhepunkt unseres Besuches. Jetzt, Ende August, zeigten sich die Schönen in voller Pracht. Ursprünglich in Mittelamerika beheimatet, traten sie ihren Siegeszug in die Gärten Mitteleuropas aus dem Botanischen Garten in Madrid Anfang des 19. Jh. an. Nach ein paar einführenden Worten überließ uns Frau Müller dem Bestaunen. Sie wies uns auf eine wunderschöne herbstfarbene Anemonendahlie hin und auf ungefüllte mit Blütenkörbchen für Bienen und Schmetterlinge. Während die Züchtung mit den gespaltenen Blütenblättern uns etwas zerzaust daherkam. Für einen echten oder auch einen Hobbygärtner kann ein Dahliengarten nie langweilig werden. Übrigens kann man Knolle und Blütenblätter essen.








Auf dem Weg zum Karl-Foerster-Pavillon durchquerten wir den nach ihm benannten Staudengarten, eine Inspiration für einen insektenfreundlichen und pflegeleichten Garten, und den mit widerstandsfähigeren Sorten neu gestalteten Rosengarten. Den Vorgängern war die Senke zu zugig und kalt.


Angekommen im Pavillon lauschten wir Frau Müllers Ausführungen zu den schwierigen Anfängen betreffs Finanzierung, Veranstaltungsorten und als ABM-Projekt bis zum heutigen Tag. Das Freilandlabor hat inzwischen 14 festangestellte Mitarbeiter in Projekten wie Grün macht Schule, das bezirkliche Koordinatorenteam und neu die Urbanen Waldgärten. Besonders erfolgreich hat sich die Arbeit mit Kitakindern und Tagesmüttergruppen entwickelt. Seit vielen Jahren gibt das Freilandlabor Britz seine Erfahrungen in Weiterbildungen und auch in bundesweiten Fachveranstaltungen weiter oder fungiert als Gastgeber.

Das Auditorium würdigte das Engagement und das aufgewendete Herzblut mit stürmischem Beifall: Ein herzliches Dankeschön für diese gelungene Veranstaltung! Wir waren erfreut zu hören, wie dankbar das Team für unsere Spende war, die dem Ersatz von bei dem Brand in Mitleidenschaft gezogenen Gerätschaften für ihre Umweltbildungsveranstaltungen dienen wird. Mit der druckfrischen Sammlung ausgewählter Pflanzen des Monats, „Pflanzen in den Gärten der Welt – Ein Garten-Verführer“, bedankte sich Pritzi in unserem Namen.


Anfang des Jahres hat Frau Müller die Geschäftsführung abgegeben. Jetzt ist sie noch mit Übergabe und dem Abschluss laufender Projekte befasst: Alles Gute für Ihren Unruhestand, liebe Frau Müller und für Ihr Team weiter erfolgreiche Umweltbildungsarbeit und dass es wie geplant dann im wiederaufgebauten Umweltbildungszentrum weitergehen kann. – Das wünschen die Mitglieder des Vereins Freunde der Gärten der Welt!
Text: R. Troeder, Fotos: G. Költzsch, G. Pritzlaff, M. Wille
