
Die Immergrüne Magnolie (Magnolia grandiflora L.) ist eine von etwa 130 (andere Quelle: 350) Arten der entwicklungsgeschichtlich sehr alten Familie Magnoliengewächse (Magnoliaceae Huss.). Der Gattungsnahme erinnert an den französischen Botaniker Pierre Magnol (1683-1715). Magnolien sind Bäume und Sträucher, die in Ostasien und Himalaja sowie Nordamerika beheimatet sind. Aus meiner Lehrzeit erinnere ich mich: die Ostasiaten blühen vor und die Nordamerikaner nach dem Blattaustrieb. Erstere sind daher frühblühend – der Flor ist folglich auffällig und durchaus frostgefährdet; Letztere hingegen blühen später und dann meist nicht so unverblümt und gefährdet, weil im Laub postiert.




Dem breiten Publikum war/ist vor allem die „pompöse“ Tulpen-Magnolie (Magnolia x soulangeana Soul.-Bod.) bekannt (Achtung: nicht verwechseln mit dem Tulpenbaum (Liriodendron tulipifera L.). Gute Baumschulen bieten heute eine größere Zahl Magnolien-Arten und -Sorten, darunter Stern- und Kobushi-Magnolie, an. Einige Arten und Sorten brauchen jedoch mehrere Jahre bis zur ersten Blüte! Es ist ratsam, den Frühblühern, um Freude an der Blüte zuhaben, einen geschützten und solitären Standort in Garten oder Park zu geben. Allerdings kann man im Berliner Bezirk Köpenick Stern-Magnolien in der „Grünen Trift“ als Straßenbaum bestaunen.

Die Immergrüne Magnolie ist ein 6 bis 18 (30) m hoher und bis 15 m breiter Baum, der im Südosten der USA zu Hause ist. Die immergrünen Blätter erinnern an den als Zimmerpflanze gehaltenen Gummibaum. Im Theußschen Blumen-Lexicon von 1811 wird der Flor beschrieben: „Die sehr großen, weißen Blumen, mit verkehrt-eiförmigen Kronblättern, erscheinen im Vaterlande schon im Mai, bei uns aber erst im Julius und August, an den Enden der Zweige, und duften einen sehr starken, den Orangenblüten ähnlichen Geruch.“ Die Art wurde um 1737 eingeführt. Die Blüten erscheinen nach aktuellen Katalogen hierorts durchaus schon zwischen Mai und August; die Fruchtstände sind zapfenähnlich.





Die Immergrüne Magnolie gilt als frostempfindliche Art und wird von manchen Baumschulen unter den „Mediterranen“ geführt, auch wird Kultur im Kübel und Überwinterung im Kalthaus empfohlen. In den Gärten der Welt steht diese Magnolie jedoch seit Jahren im nur durch die Umfassungsmauer geschützten Orientalischen Garten, ob dies nun Glück (Ausbleiben harter Winter) oder Auswirkung der Klima-Erwärmung ist, wird die Zukunft zeigen.


Text: Dr. H. G. Büchner, Fotos: Dr. H. G. Büchner, G. Pritzlaff
